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Im Überwachungs- und Fürsorgewahn: Helikopter-Eltern

Helikopter- oder auch Curling-Eltern gibt es schon immer. Sie kreisen unablässig wie ein Hubschrauber über ihren Kindern bzw. wischen jedes Hindernis aus dem Weg des Sprösslings. Sie überwachen und reglementieren, lassen dem Nachwuchs wenige Freiheiten. Aufgrund teilweise übertriebener Sorge tendieren sie zur Überbehütung und massiver Einmischung in die persönlichen Angelegenheiten des Kindes, denn sie sehen schnell Gefahren und Risiken, vor denen sie das Kind schützen möchten. Bei aller Fürsorge üben sie einen hohen Druck auf das Kind aus und erwarten nicht selten außergewöhnliche Leistungen

Kontrolle im Kinderzimmer

Kind mit Tau gefesselt

Von außen betrachtet sind Helikopter-Eltern engagiert und liebevoll und erfüllen ihre Aufgaben perfekt. Sie besuchen Krabbeltreffs, Babygruppen oder Frühförderkurse, wo sie jeden kleinen "Erfolg" begeistert feiern und jedes vermeintliche "Versagen" mit Sorge betrachten.
Es sind die Eltern, die schon auf dem Spielplatz auffallen, indem sie sich permanent in der Nähe des Kindes aufhalten, immer in der Angst, es könne sich verletzen. Im Kindergarten und in der Schule sind es die Väter oder Mütter, die sich sehr gern als Elternsprecher wählen lassen, um auch dort Einfluss auf die Erziehung zu nehmen. Helikopter-Eltern sehen sich als Manager, die ihren Kindern den bestmöglichen Weg ins Leben ebnen wollen, dazu gehören die Kontrolle der schulischen Leistungen, aber auch sportliche Aktivitäten, Musikunterricht und andere organisierte Betätigungsfelder.

Engagement oder Fanatismus?

Helikopter-Eltern lieben ihren Nachwuchs über alles und tun alles für ihn. Sie möchten ihre Kinder unterstützen und versuchen, sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu fördern. Kinder, die so aufwachsen, können sicher sein, dass ihre Eltern keine Schulaufführung und kein Theaterstück, keinen ihrer sportlichen Wettkämpfe und kein musikalisches Vorspiel verpassen.
Bei Hausaufgaben oder schulischen Angelegenheiten sind die Eltern sehr engagiert, sie verwenden viel Zeit und auch Geld auf Nachhilfe oder zusätzliche Förderung.
So fühlt sich das Kind behütet, beachtet und angenommen, was im Prinzip eine sehr gute Basis für die Entwicklung der Persönlichkeit ist.

Niedrige Frustrationsschwelle

Im Prinzip: Denn diese ausgiebige Bemutterung führt dazu, dass das Kind nicht ausreichend Selbstbewusstsein entwickeln kann. Da die Eltern keine klaren Grenzen zwischen sich und ihrem Nachwuchs ziehen können und in und durch die Kinder leben, schaffen es auch die Kinder nicht, sich von den Eltern zu lösen. So bleiben sie auf ungesunde Art aneinander gebunden. Da das Kind im Mittelpunkt der elterlichen Aufmerksamkeit steht, gibt es keine Vorbilder, an denen es sich orientieren kann. Kindern, die so aufwachsen, mangelt es an der Fähigkeit, selbständig zu denken und zu handeln, sie schaffen es kaum, Frustrationen auszuhalten und mit ihnen umzugehen.

Loslassen üben

In Zeiten des Machbarkeitswahns und Statusorientiertheit gilt das Kind nicht selten als "Projekt" der Eltern, das sie quasi als neue, verbesserte Auflage ihrer selbst ins Leben schicken, wo seine Erfolge eine Bestätigung ihrer selbst sind. Diese Einstellung setzt sowohl Eltern als auch Kinder immens unter Druck.
Eltern müssen verstehen, dass jedes Kind mit einer ganz eigenen Persönlichkeit, eigenen Begabungen und Schwächen auf die Welt kommt. Jede erfolgreiche Erziehung basiert auf einem stufenweisen Loslassen und dem Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes, mit Schwierigkeiten und Problemen selbst und erfolgreich umgehen zu können. Misserfolge gehören zum Leben dazu und es wäre fatal, wenn man die Kinder davor bewahren wollte.
Ziel einer erfolgreichen Erziehung ist es nicht, dem Kind eine heile Welt ohne alle Probleme zu präsentieren, sondern es zu befähigen, mit allen auftretenden Schwierigkeiten und Konflikten umzugehen.
Dem Kind beizustehen und ihm zu helfen, auftretende Probleme allein zu bewältigen oder auch nur auszuhalten, dabei als überzeugendes und authentisches Vorbild zu agieren - das macht gute Eltern aus.

Veröffentlicht von Enkelkinder.net

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