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Kindheit damals und heute: War früher wirklich alles besser?

Das trügerische Gedächtnis

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das menschliche Gedächtnis manipulierbar ist. Menschen können unbewusst Einfluss auf ihre Erinnerungen nehmen, da das Gehirn die Tendenz besitzt, Negatives schneller zu vergessen und das Positive ein wenig zu erhöhen. Unter diesem Blickwinkel lässt sich auch der Satz "Früher war alles besser!" erklären, den sicher jeder schon einmal von einem älteren Menschen gehört oder gar selbst benutzt hat. In der Rückschau verklärt sich vieles, denn schöne Erinnerungen wecken warme Gefühle und ein wenig tröstende Nostalgie hilft über so manchen Moment der Einsamkeit hinweg. Der Gegenwart fällt demnach die undankbare Aufgabe zu, gegen eine wohlige Erinnerung, besonders an die Kindheit, bestehen zu müssen. Doch lässt sich die gute Erinnerung an die Vergangenheit nur mit einem Gedächtnisfehler erklären?

Kind mit großem Ball

Rollenverständnis in der Familie

Eines ist sicher: wenig war besser, aber alles war anders. In den Zeiten des Wiederaufbaus nach dem Krieg und des Wirtschaftswunders wurde im Durchschnitt mehr gearbeitet als heute, denn es gab noch die 6-Tage Woche. Technische Neuerungen, wie die Waschmaschine, kamen erst langsam auf den Markt und die ersten Schwarzweiß-Fernseher verfügten nur über ein Programm und eine begrenzte Sendezeit.

schwarzweiß Bild, Frau mit Kindern

Der Vater war der oft abwesende alleinige Ernährer der Familie, den die Mutter als Hausfrau daheim unterstützte. Doch die Wochenenden und die Ferien waren der Familie vorbehalten. Ein klares Rollenverständnis prägte das Verhältnis zwischen den Eltern und ihren Kindern. Die Eltern verlangten Respekt, trafen die Entscheidungen, aber sie ließen den Kindern auch Freiräume, eigene Erfahrungen zu machen. Waren die Noten in Ordnung, gehörte ihre Freizeit den Kindern.

Warum ist die Erinnerung an die eigene Kindheit und Jugend so positiv?

schwarzweiß Bild, Kinder beim Spielen

Mütter schickten ihre Kinder nach dem Essen einfach nach draußen, um in Ruhe ihre Arbeit erledigen zu können. Dort trafen sie Nachbarskinder, spielten, bildeten Freundescliquen und erlebten gemeinsam wahre und subjektiv empfundene Abenteuer.

Diese Freiräume und die Überschaubarkeit des damaligen Lebens werden aus der Distanz als Freiheit erinnert. Um mithalten zu können, müssen Kinder heute viel früher Entscheidungen treffen, die Auswirkungen auf ihre spätere Karriere haben werden. Die Überorganisation des kindlichen Lebens und der ständige Einfluss elektronischer Medien auf sie, weckt gerade bei älteren Menschen Sehnsucht nach den einfacheren Strukturen von früher.

Was war damals wirklich besser?

Fast alle kindlichen Aktivitäten fanden früher draußen statt, selbst bei schlechtem Wetter. Gummitwist, Bolzen, Fangen, Verstecken und andere Spiele hielten körperlich auf Trab. Weil weniger Zeitdruck herrschte und die Freizeit der Kinder nicht durchorganisiert war, war die Kindheit entspannter, selbst dann, wenn ab und zu auch die Mithilfe daheim gefordert wurde. Äußerlichkeiten (jeder trug die Kleidung älterer Geschwister auf) und Konkurrenzdruck spielten für die Kinder in der Nachkriegs- und Aufbauzeit noch keine große Rolle. Eltern macht sich über den richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen weniger Gedanken. Solange keine sozialen und schulischen Probleme auftraten, traute man den Kindern mehr zu und mischte sich weniger in ihr Leben ein. Auf diese Weise lernten die Kinder auch ihre Streitigkeiten selbst zu regeln. Die größere Gelassenheit, die die Eltern damals im Umgang mit ihren Kindern hatten, wünscht sich manch einer auch heute noch.

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