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Kindheit im Wandel der Zeit

Vom Kirschbaum zum Terminkalender – Kinder hatten es früher auch nicht leicht!

Wer seine Kindheit in den Vierziger bis Sechziger Jahren verbracht hat (und sich daran erinnern kann), fragt sich heutzutage schon manchmal, was die Kindheit noch lebenswert macht. Leistungsdruck in der Schule und im Elternhaus, mit dem SUV werden die lieben Kleinen zur Schule gebracht, und am liebsten würden manche Eltern stets mit dem Helikopter über ihre Nachkommen wachen. Meist ist es natürlich die Sorge um das Kind, das dazu verleitet. Oft genug schlägt der Kontrollzwang zuungunsten des Kindes aus. Dann fehlt der Freiraum für eigene Erfahrungen wie die Luft zum Atmen. Und was ist auf der anderen Seite mit der Verwahrlosung von Kindern, was mit der Kinderarmut im reichen Deutschland? Gibt es nur noch unglückliche Kinder? Schließlich gibt es erschreckende Zahlen: 20 % aller Kinder in Deutschland leiden unter Stresserscheinungen, jedes vierte achtjährige Kind hat Erfahrungen mit Therapien, bereits gegen Ende des letzten Jahrtausends sind 15 % aller Psychopharmaka an Kinder verschrieben worden.

scharzweiß Familienfoto

Die eigene Kindheit zur Idylle zu erklären ist falsch und keine Lösung!

„Ordentlich eins hinter die Ohren, damit das Gör zur Vernunft kommt“. So lautete die Parole unserer Generation. Der Vater ist die unangreifbare Respektsperson. Für schlechte Noten gab es Hausarrest und Taschengeldentzug, soweit es überhaupt welches gab. Das ist die eine und nicht gerade angenehme Seite. Doch durch die Anforderung des Arbeitens an sechs Wochentagen und meist auch täglich deutlich mehr als acht Stunden hatte das Familienoberhaupt gar keine Zeit, die Kontrolle auszuüben.

Mutter und drei Kinder

Und die Mutter hatte sich meist um den Haushalt und mehrere Kinder zu kümmern. Fünf und mehr Geschwister oft auf kleinem Raum waren da keine Seltenheit. Kein Wunder also, dass die Eltern froh waren, wenn ihnen die Kinder nicht zwischen den Beinen herumliefen. Solange keine konkreten Klagen aus der Schule kamen, wurde höchstens gefragt: „Hast Du Schularbeiten gemacht?“ Und mit einem „Jaha!“ waren wir auch schon aus der Tür, neuen Abenteuern entgegen. Sei es zum Spielplatz oder auf das Brachgelände zwei Straßen weiter, oder sei es im Winter der selbst eingefahrene Rodelberg. Immer waren wir Kinder unter uns. Und in der Regel haben wir auch alles selbst geregelt. Große passten auf Kleinere auf, auch wenn es ihnen nicht passte. Natürlich gab es auch mal verschrammte Knie oder einen Beinbruch. Doch in der Regel ist es bei solchen Kollateralschäden geblieben.

Von der antiautoritären Erziehung zum Kontrollzwang

kleines Kind in einer Wohnung der 70er Jahre

Manche von uns wollten alles besser machen. Die Erfahrungen der 68er führten zu Anfang der Siebziger zur Auflehnung gegen die spießigen Eltern mit ihren repressiven Erziehungsmethoden. Unsere Kinder sollten alle Freiheiten haben, die wir angeblich selbst so sehr entbehrt hatten. Doch der Anspruch des freien und unkontrollierten Heranwachsens ist eher selten gelungen. In der Generation nach den Siebzigern gingen die Jugendlichen gegen ihre anti-repressiven Eltern vor und verlangten selbst eine härtere Hand, die ihnen Orientierung geben sollte. Verkehrte Welt? Vielen kam es schon so vor.

Kinder im Orchester

Doch heute? Der Erfolgszwang, wirtschaftliche Herausforderungen und steigender Stress der Eltern wird eins zu eins an die Kinder weitergegeben. Das Leben nach dem Terminkalender ist für viele normal. Nach der Ganztagsschule „locken“ noch der Musikunterricht oder das Tennistraining. Um mal mit Schulkameraden einfach zu spielen, braucht das Kind zwei Wochen Vorlauf, um die Termine der Freunde zu koordinieren. Da ja die Kinder außerdem gebracht und abgeholt werden müssen, ist jeweils mindestens auch noch ein Elternteil involviert. Selbständiges verantwortliches Handeln geht aanders. Die Schlussfolgerung: Kinder brauchen unbedingt Freiräume ohne die Eltern, in denen sie lernen, mit ihren Altersgenossen auszukommen und sich bei Problemen zu einigen. Auch wie man gefahrlos zu Fuß über die Straße kommt, lässt sich so lernen...

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