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Nicht ohne meine Enkel

Für viele Kinder sind Oma und Opa wichtige Bezugspersonen. Der Vorteil der Großeltern liegt auf der Hand: Sie müssen und wollen nicht erziehen. Sie möchten teilhaben an der Entwicklung der Enkelkinder, sie aufwachsen sehen, miterleben, wie sie sprechen und laufen lernen.

Großeltern

Großeltern für Spiel und Spaß

Großeltern lesen Märchen vor und warten stundenlang auf dem Fußballplatz. Sie erzählen Geschichten von früher, wissen, was Mama und Papa früher gemacht haben, und sie haben, was vielen Eltern fehlt: Zeit. Aber nicht nur für die Enkelkinder ist der Kontakt zu den Großeltern wichtig, auch die Großeltern fühlen sich gebraucht und übernehmen eine für sie wertvolle Aufgabe. Im besten Fall profitieren beide Seiten und haben Spaß miteinander. Und auch die Eltern werden entlastet, können ihren beruflichen Pflichten nachkommen und sich private Auszeiten nehmen. Das ist der Idealfall.

Wenn die Großeltern wollen, aber nicht dürfen

Die Realität sieht manchmal anders aus. Großeltern wird der Umgang mit den Enkelkindern wegen Streitigkeiten verboten. Ein Umzug erschwert die persönliche Kontaktaufnahme. Im Extremfall sind die Eltern verstorben und die Großeltern kennen ihre Rechte nicht. Verwandtschaft reicht nicht immer aus.

Seit dem 1. Juli 1998 wurde mit der Kindschaftsrechtsreform ein Umgangsrecht zwischen Großeltern und Enkelkindern normiert. Die Erwartungen seitens der Großeltern waren höher als das, was durch gesetzliche Beschlüsse festgelegt wurde. In § 1685 des Bürgerlichen Gesetzbuches heißt es unter Absatz 1: Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient. Aber wie wird definiert, was dem Wohl des Kindes dient?

Recht haben und Recht bekommen

Tatsache ist, dass nur unter bestimmten Voraussetzungen, ein Umgangsrecht der Großeltern mit dem Enkelkind seitens der Gerichte erwogen wird. Voraussetzung dafür ist, dass Großeltern nachweisen, ein gemeinsamer Umgang dient tatsächlich dem Wohl des Kindes. Aber wie gelingt ein solcher Nachweis? Reichen Versprechungen auf finanzielle oder zeitliche Unterstützung aus?

Auch der Gesetzgeber weiß: Der Aufbau von zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Großeltern und Enkelkindern liegt im Interesse des Kindes. Im Gegensatz dazu steht: das Erziehungsrecht personensorgeberechtigter Eltern hat grundsätzlich Vorrang.

Großeltern, die bereits einen intensiven Kontakt zu ihren Enkelkindern aufgebaut haben, wird eher ein Umgangsrecht eingeräumt als denen, die erst gar nicht dazu kamen Aufbauarbeit zu leisten. Aber selbst im positiven Fall eines bereits bestehenden Kontaktes gab es in der Vergangenheit Gerichtsentscheidungen, die aufgrund eines angespannten Familienverhältnisses, ein regelmäßiges Recht auf Umgang der Großeltern abgelehnt haben. Die Durchführung von Besuchskontakten gilt lediglich in einer für das Kind nicht belastenden Situation als angemessen. Ein Recht der Großeltern, die Enkelkinder alleine zu betreuen, ist damit grundsätzlich nicht verbunden. Eltern dürfen bei Besuchen prinzipiell anwesend sein. Juristischer Beistand kann da hilfreich sein, wo sich zwischen Großeltern und Enkelkindern bereits gute Grundlagen im Kontakt gebildet haben und die Anspannung innerhalb der Familie nicht so gravierend ist, dass sie zu einer Belastung des Kindes führt.

Zwangsmaßnahmen sind häufig nur Schall und Rauch

Reicht die Verwandtschaft nicht aus und kommen Gerichte zu für Großeltern unerwarteten Urteilen, bleibt nicht viel, um den Wunsch nach dem Umgang durchzusetzen. Großeltern können ihren Kindern gegenüber harte Töne anschlagen und androhen, dass ihnen das Erbe verweigert wird. Erreicht wird damit selten etwas. Anstatt anzudrohen, das Erbe zu verweigern, lässt sich versuchen, die Beziehung zu den Kindern oder Schwiegertöchtern und -söhnen wieder aufzubauen und Missverständnisse der Vergangenheit. Das braucht Zeit.

Sich mit anderen Menschen austauschen

Es kann hilfreich sein, sich mit Großeltern, denen es ähnlich geht, auszutauschen. Selbsthilfegruppen können besucht oder neu gegründet werden. Sich ehrenamtlich zu engagieren, das Nachbarskind zu betreuen, seine Zeit mit anderen Menschen zu verbringen, sind Wege, die aus Verzweiflung und Wut führen können. Will der Kopf nicht durch die Wand, gilt loslassen, damit Leben nicht zum Leiden wird.

Veröffentlicht von Enkelkinder.net

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