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An zweibeinige Pelzträger: Tierschutz vor Prestige

Hört Tierschutz auf, wenn es um Prestige geht? Warum tragen Menschen Pelz und stimmen so einer qualvollen Tötung von Tieren zu?

Kleine Fuechse beim Spielen

"Eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz überhaupt geschaffen werden musste." Theodor Heuss

Ich radikalisiere mich gerade. Gegen Menschen, die Pelz tragen und somit eine Industrie unterstützen, die Tieren grausame Qualen sowohl während der Aufzucht als auch bei der Tötung bereitet.

Gleich vorweg: Ich möchte keine Ausreden mehr hören, dass der Verzicht auf Omas alten Nerz nun dem Tier doch auch nicht mehr nütze. Diese Logik entbehrt jeglicher Moral. Dem bereits grausam getöteten Tier nützt es in der Tat nicht mehr, aber der Unternehmer, der sieht, dass Pelz getragen wird, sieht sich darin bestärkt, auch zukünftig welchen anzubieten. Schließlich sollte man auch keine von Kinderhand gefertigten Artikel kaufen, nur weil diese doch bereits entstanden sind und die Ausbeutung ja sonst umsonst gewesen sei.

Frau traegt einen toten Fuchs auf dem Kopf

Wer schon unbedingt Fellartiges tragen möchte, kann auf hochwertige Webpelze zurückgreifen, die von der Optik her nicht von echten zu unterscheiden sind. Pelz ist ein Relikt aus einer Zeit, als man keine andere Möglichkeit hatte, sich wärmend zu kleiden und die Winter um einiges kälter waren. Heute scheint nur mehr eine profilneurotische Laune, Arroganz oder die antiquierte Haltung, Pelz mit Prestige gleichzusetzen, dahinter zu stecken.

Tierschutz - für viele Unternehmen ein Fremdwort

Modeunternehmen gehen leider nicht den ersten Schritt, indem sie Pelze aus dem Sortiment nehmen. Prominentes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Bogner. Das Modeunternehmen weigert sich, Pelze zu verbannen. Begründet wird diese Entscheidung damit, dass Kunden falsche Pelze nicht annehmen. Seit Wochen steht der Händler in der Kritik. Er verwendet Echtpelze aus Finnland und China, dort werden besonders grausame Methoden angewandt. Dabei ist er nicht der einzige Händler, der finanziellen Verdienst über Menschlichkeit stellt: Stiftung Warentest hat 23 Anbieter um Auskunft gebeten, welche Pelze sie verwenden und woher diese stammen. 17 reagierten auch auf Nachfrage nicht, neben Bogner bekannte Häuser wie Burberry, Woolrich, Canada Goose, Roeckl und Fendi sowie die Kaufhäuser Karstadt und Breuninger.

Kleiner Fuchs gaehnt

Erfreuliche Nachrichten kommen aus der Schweiz: Türsteher des Hiltl Clubs in Zürich sind vom Schweizer Tierschutz STS geschult, echten Pelz auszumachen, um dem Träger an der Tür den Zugang zum Club zu verweigern. Kleidung aus Leder, Lammfell oder Daunen werden toleriert, da sie laut Website „von Nutztieren [stammen] und Nebenprodukte aus der Milchproduktion oder Fleischgewinnung“ sind. Moralisch ist diese Aussage natürlich anfechtbar, aber an dieser Stelle werde ich es dabei belassen, die positive Entwicklung herauszustellen. Der Clubbetreiber ist mit seinem Pelzverbot auf dem richtigen Weg.

Ein Roter Panda macht ein Schlaefchen

Ich weiß, die Pelzindustrie ist nur eine Baustelle von vielen. Ich freue mich über den Einsatz derjenigen, die unermüdlich für den Tierschutz kämpfen, sei es für eine vom Aussterben bedrohte Rasse, gegen Elfenbeinjäger oder gegen Tierhalter, die ihre Kaninchen nicht artgerecht halten und den Hund nicht adäquat versorgen. Dem Tierschutzbund, dem WWF, PETA, Vier Pfoten, den Ärzten gegen Tierversuche oder denjenigen, die sich dem Wal- und Delfinschutz verschrieben haben, gebührt Dank und unsere Aufmerksamkeit. Sie haben Vorbildfunktion. Ihren vielfältigen Aktionen und ihrem Bestreben, auf Missstände aufmerksam zu machen, ist es zu verdanken, dass Menschen umdenken und Tiere gerettet werden können.

Übrigens: Engagement findet auch im Kleinen statt. Wer finanziell nicht in der Lage ist, zu spenden, kann im Tierheim vor Ort ehrenamtlich unterstützen. Schön: Das eigene Verhalten ab und zu auf den Prüfstand zu heben und Muster abzustreifen, ist jedem möglich.

Katja Ruhl

Links zu Tierschutz-Organisationen
www.peta.de
www.wwf.de
www.tierschutzbund.de
www.prowildlife.de/Wale-delfine
www.ifaw.org/

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